Bollinger-Bänder (20, 2σ)
Ein Band zwei Standardabweichungen um den 20-Tage-Durchschnitt. Ein Schluss außerhalb des Bands zeigt, dass der Kurs statistisch überdehnt ist.
So entstehen die Bänder
Mittelband = einfacher 20-Tage-Durchschnitt · Ober-/Unterband = Mitte ± 2 × Standardabweichung (20 Tage)
Beispiel: Eine fiktive Aktie hat einen 20-Tage-Durchschnitt von 100 $ und eine Standardabweichung von 2,50 $. Die Bänder reichen von 95 $ bis 105 $. Ein Schlusskurs bei 106 $ liegt über dem oberen Band: Die Aktie hat sich in kurzer Zeit ungewöhnlich weit bewegt.
So liest du sie
- Schlusskurs außerhalb eines Bandes: statistisch gedehnt. Unter Normalverteilungsannahme liegen etwa 95 % der Schlusskurse innerhalb, echte Märkte brechen aber öfter aus.
- Am Band entlanglaufen: In starken Trends kann der Kurs tagelang am oberen oder unteren Band entlanglaufen. Außerhalb heißt nicht automatisch Umkehr.
- Squeeze: Sehr enge Bänder zeigen geringe Volatilität. Oft folgt eine größere Bewegung, die Richtung ist offen.
Was das für Optionskäufer heißt
Wer einen Call kauft, wenn der Kurs schon über dem oberen Band liegt, zahlt nach einer gedehnten Bewegung; ein Rücksetzer zum Mittelband kostet Optionswert und Zeit. Gedehnte Bewegungen gegen den Trend können die Ausgangslage für eine Gegenbewegung sein, aber nur mit engem Plan. Der RSI und die Trendstärke über den ADX helfen, eine Dehnung von einem Ausbruch zu unterscheiden.
Häufige Fragen
Ist ein Schlusskurs über dem oberen Bollinger-Band bärisch?
Nicht unbedingt. Er zeigt eine gedehnte Bewegung. In einem starken Trend kann der Kurs nahe am oberen Band bleiben, im Seitwärtsmarkt ist eine Rückkehr zum Mittelband wahrscheinlicher.
Wie nutzt der Screener die Bollinger-Bänder?
Ein Call über dem oberen Band oder ein Put unter dem unteren Band kostet einen Punkt. Für Fade-Signale ist die Dehnung Voraussetzung.
So sieht es im Screener aus
In der Live-Demo siehst du jeden Begriff mit Beispieldaten, direkt neben Score und Begründung.