IV-Crush
Der schnelle Rückgang der IV nach einem erwarteten Ereignis, typisch direkt nach Earnings. Eine gekaufte Option kann dabei an Wert verlieren, obwohl der Kurs in die richtige Richtung läuft.
Ein Beispiel mit Zahlen
Eine fiktive Aktie notiert eine Woche vor den Quartalszahlen bei 100 $. Weil eine große Bewegung erwartet wird, ist der Call am Geld mit 7 Tagen Restlaufzeit mit einer IV von 80 % bewertet. Die Prämie liegt bei etwa 4,45 $.
Nach den Zahlen steigt die Aktie um 3 % auf 103 $. Gute Nachricht, oder? Doch die Unsicherheit ist weg, die IV fällt auf 35 %. Mit 6 Tagen Restlaufzeit ist derselbe Call nur noch etwa 3,75 $ wert. Die Aktie lief in deine Richtung, und der Call hat trotzdem rund 16 % verloren.
Warum das passiert
Vor einem Ereignis verlangen Optionsverkäufer einen Aufschlag für das Risiko eines Kurssprungs. Dieser Aufschlag zeigt sich als hohe implizite Volatilität. Ist das Ereignis vorbei, fällt das Risiko weg und die IV sinkt, oft innerhalb einer Handelssitzung. Eine gekaufte Option braucht eine größere Bewegung als den vorher eingepreisten Expected Move, nur um ohne Verlust herauszukommen.
So vermeidest du ihn als Käufer
- Vor jedem Trade den Earnings-Termin prüfen und wissen, ob er in deine Haltedauer fällt.
- Setups mit niedrigem IV Rank bevorzugen, dann steckt wenig Aufschlag in der Prämie, der einbrechen kann.
- Wenn du über die Zahlen hältst, dann bewusst und mit kleinerer Position, nicht aus Versehen.
Häufige Fragen
Gibt es den IV-Crush nur nach Quartalszahlen?
Quartalszahlen sind der häufigste Fall. Jedes erwartete Ereignis mit unsicherem Ausgang kann ihn auslösen, etwa Produktvorstellungen, Gerichtsurteile, Zulassungen oder Zinsentscheide.
Wie berücksichtigt der Screener das Risiko?
Earnings im Haltezeitraum kosten Punkte oder blockieren ein kurzfristiges Setup ganz, und ein teurer IV Rank begrenzt gekaufte Optionen auf Score 3.
So sieht es im Screener aus
In der Live-Demo siehst du jeden Begriff mit Beispieldaten, direkt neben Score und Begründung.